A

Artificium
Die erste Phase der Aschewerdung. Der Jenseitsreisende muss hierbei seinem Leben ein Ende setzen, um das natürliche Kombinat aus Körper-Gedanklichkeit-Seele aufzubrechen. Mit Hilfe von Thanatol und gelegentlich auch LSD, das kurz vor dem Artificium eingenommen wurde, kann ein weiterer Zerfall des restlichen Kombinats aus Gedanklichkeit und Seele verhindert werden, so dass eine bewußte Passage durch das Jenseits möglich wird (Morarium) und der Jenseitsreisende mit vollständiger Erinnerung ins Diesseits zurückkehren kann (Beneficium). Paul Lichtmann betonte stets, dass das Artificium kein Selbstmord sei und lediglich von Außenstehenden so gesehen wird.

Aschewerdung
Ein Vorgang, bei dem im Rahmen der vierfachen Realität ein Kombinat aus Odem, Geist und Seele gebildet wird, bevor die Seele den Körper nach dem klinischen Tod verlässt. Auf diese Art kann die Seele eine durch den Geist projizierte Jenseitslandschaft überqueren, gelenkt durch den Willen des Geistes. Eine derartige Beschreibung der Seelenwanderung entspricht der Erfahrung und dem Eindruck eines Menschen, der "Aschewerdung" praktiziert, ist dennoch nur behelfsmäßig, da hier der Eindruck entsteht, dass die Seele eine isolierte Entität ist. In Wirklichkeit scheint der Vorgang zu bedeuten, dass ein Kombinat aus Odem und Geist den Ich-bildenden Anteil an der eigenen "Weltseele" auch im Jenseits beibehalten kann. Am Ende der Aschewerdung steht das Beneficium, das Betreten eines neuen Körpers. Dieser Leib gehört stets zu Menschen, die nur wenige Augenblicke vom eigenen Tod entfernt sind. Durch denn Wissensvorteil um diesen Sachverhalt, hat der Jenseitsreisende eine Chance, das tödliche Ereignis (Unfall, Mord, Selbstmord, etc.) abzuwenden und somit Besitz von dem Wirtskörper zu nehmen.

Die Aschewerdung besteht aus drei Transmigrations-Phasen:
--- Artificium
--- Morarium
--- Beneficium



B

Beneficium
Als Beneficium bezeichnet man die abschließende Phase einer Aschewerdung. Durch das Ritual der Apythia gelangt der Jenseitsreisende auf diese Weise zurück in unsere Welt und nimmt dort von einem todgeweihten Körper Besitz. Gerade diese komplette Veränderung körperlicher Merkmale macht es dem Oktagon und dem Kerygma beinahe unmöglich, Mitglieder der Lux Aeterna zu fassen. Siehe auch: Aschewerdung.


C

Chuzpe
Die Grundvoraussetzung zum Verfassen von In den Spiegeln.


E

Exorzismus
Durch Evokationen eines Dämons besetzte Körper von dem Dämon durch die Hilfenahme eines Ritus wieder befreit werden. Der Exorzismus ist auch dann nötig, wenn der Dämon den Körper verlassen möchte. Exorzismen von Engeln sind zwar in der Theorie möglich, doch unüblich, da Engel im Gegenteil zu Dämonen jederzeit und ohne Aufwand einen Körper verlassen können. Das Verlassen der Körper ist für die Engel somit einfacher und flexibler als für die Dämonen.


Evokation
Als eine Evokation bezeichnet man die Bereitstellung eines menschlichen Leibs zum Zweck eines Walk-In durch einen Engel oder Dämon. Während Dämonen durch Apythia die Möglichkeit haben, menschliche Körper jeden Alters zu besetzen, können sich Engel nur des natalen Pfads bedienen und deshalb nur in Neugeborene inkarnieren. Das Betreten der Körper ist für die Dämonen somit einfacher und flexibler als für die Engel.

F

Fatumale Anomalie
Ein Begriff, der von der Kerygma geprägt wurde. Die metaphysische Wildcard. So sehr man sich anstrengen mag, eine präzises Abbild von bestimmten Vorgängen zu erstellen, um einen zukünftigen Ablauf vorherzusagen, es besteht immer die Möglichkeit eines Faktors, der übersehen wurde und der im Stande ist, die gesamte Betrachtung über den Haufen zu werfen. Kerygma: Nur Gott kennt die gesamte Formel.


Gedanke-Seele-Problem
Als G.S.P. bezeichnete Lichtmann den Zustand, in dem sich die meisten Menschen befinden und das die schwere Fassbarkeit des "freien Willens" erklärt. Die Seele ist "interessiert" an der unmittelbaren Erfahrung und innerhalb ihrer Möglichkeiten nach Erfahrungen mit längster Nachhaltigkeit. Die Gedanklichkeit ist an der Konzeption eines Zustands interessiert, der möglichst harmonisch mit der restlichen Wahrnehmung der Welt sein soll. Die Gedanken planen die Zukunft. Das Sprichwort "Jeder ist seines Glückes Schmied" ist ein Verweis auf die Gedanklichkeit des Menschen, revoltierend gegen den seelischen Nihilismus. Die Seele ist nicht ausdrucksfähig, doch erfahrungsfähig. Die Gedanken sind nicht erfahrungsfähig, doch ausdrucksfähig. In einem nur gedanklichen Blickwinkel existiert die Seele nicht, während in einem nur seelischen Blickwinkel der Geist nicht existiert. Die Seele kann innerhalb der Lebensspanne nicht handeln, da sie selbst als ein Muster innerhalb der Weltseele existiert, als ein Splitter Gottes, als ein leuchtender Partikel innerhalb eines Kometenschweifs.Die Handlungsfähigkeit beschränkt sich auf die Übergangspassagen der Geburt und des Todes. Innerhalb dieser Handlungsfreiheit entscheidet sich die Seele für eine Wiedergeburt, die am intensivsten eine Selbstwahrnehmung ermöglicht. Die Gedanken hingegen sind unentwegt handlungsfähig und veränderlich - jedoch im Augenblick des Todes vergänglich. Nach dem Tod verliert die Gedanklichkeit ihr Muster innerhalb der "Akasha-Realität". Es liegt in der Natur der Gedanken, rationale Modelle zu entwickeln, die z.B. besagen, dass es kein Leben nach dem Tode gibt, oder dass Gott nicht exisitert. Agnostik und Atheismus gehören zu den größten Leistungen der menschlichen Gedanken, gleich neben dem schlafähnlichen Glückszustand vor dem laufenden Fernseher. Über Gedanke-Seele-Problem innerhalb des Lichtmann-Universums lässt sich also sagen, dass die Seele in ihrer "Zeitartigkeit" vor dem Eintritt in eine Wiedergeburt bereits alle Zeitknoten kennt und (personifiziert gesagt) sich für ein Muster "entscheidet", das a) innerhalb der anderen Muster verfügbar ist und b) einen möglichst hohen und nachhaltigen Wahrnehmungsfaktor besitzt (zumeist Leidpotential). Die Gedanken hingegen sind sich dieser Zeitknoten vollkommen unbewußt, da sie in einer "Raumartigkeit" existieren. In unserer Zivilisation gab es zahlreiche Versuche, mit den Mitteln der Gedanklichkeit das von der Seele besetzte Zeitknoten-Muster zu erkennen (z.B. Astrologie, I Ging, Tarot). Es liegt natürlich wieder in der Natur der Gedanken diese Techniken als Unsinn und Aberglauben zu entlarven, da der Mensch die Seele nicht wahrnehmen kann und da der Geist nichts wahrnehmen kann, sondern nur konzipieren. Siehe auch der Seelensturz.


I

Inkorporation
Den Aufenthalt eines Engels oder Dämons in einem menschlichen Körper bezeichnet man als Inkorporation. Im Gegensatz zum Benefizium der Lux Aeterna können Engel und Dämonen einen Avatar besetzt halten, ohne dessen Gedanklichkeit oder Seele zu verdrängen. Dies entspricht dem ursprünglichen (bikameralen) Zustand der Menschheit bis vor dreitausend Jahren, bei dem die meisten Menschen von ein inkorporierten Dämon oder Engel hatten, dessen Stimme sie unentwegt hören konnten.


K

Kombinat
Innerhalb der Lux Aeterna spricht man von Kombinaten, wenn die vier Realitätskategorien (siehe Realität, vierfache) sich zu Zuständen innerhalb der eigenen Existenz zusammenschließen. Das ideale Kombinat ist das "normale" Leben. Die Existenz eines Menschen zeigt das Kombinat aus Körper und Geist, mit Anteilen an der Weltseele und dem Odem (der auch als die Bestimmung verstanden werden kann). Das ideale Nicht-Kombinat ist der Tod, respektive der Jenseitszustand, bei dem sich alle vier Kategorien auftrennen und durch die Wiedergeburt in einem neuen Kombinat zusammenfinden. Die Aschewerdung ist ein "unnatürliches" Kombinat, bei dem zugunsten der Erhaltung des subjektiven Geistes ein körperloses Kombinat gebildet wird. Das Kombinat ist ein Behelfswort, das die erfahrbaren Zustände nur sehr unzureichend beschreibt.



M

Millennium Christi
Ein Begriff der Kerygma-Doktrin. Die Rückkehr der Engel als Herrscher der Erde. Um die Rückkehr zu ermöglichen, sind alle sechs Biofakte nötig.


Morarium
Als Morarium bezeichnen die Mitglieder der Lux Aeterna den bewußten (wachen) Aufenthalt im Jenseits. Hierbei darf jedoch nicht übersehen werden, dass das Jenseits keine objektive Wirklichkeit darstellt, sondern eine Mischung aus kollektiver und persönlicher Projektion herbeigeführt durch das ungetrennte Kombinat aus Gedanklichkeit und Seele, das bei der Aschewerdung angestrebt wird.


N

natale Pfad, der
In der Terminologie der Engel und Dämonen entspricht der natale Pfad einer natürlichen Wiedergeburt eines Menschen mittels Zeugung und Geburt, bei der die gedanklichen Anteile weitgehend verloren gehen und dar neugeborene Mensch keine Erinnerung an die vorangegangenen Zustände und Ereignisse hat.


R

Realität, vierfache
Nach dem Kosmologen Arthur M. Young beschriebene Vierteilung der Welt, die gleichzeitig eine naturwissenschaftliche und esoterische Betrachtungsweise zulässt. Die vier Kategorien heissen bei Young "Spirit"-"Soul"-"Mind"-"Body" und entsprechen den vier Elementen "Feuer", "Wasser", "Luft", "Erde". Sie tragen die Schlüsselattribute "Nicht räumlich oder zeitlich", "Zeit-artig", "Raum-artig", "zeiträumlich". Bei der Übersetzung der Begriffe "spirit" und "mind" unterscheidet die deutsche Sprache nicht, da hier beidelei zumeist mit "Geist" übersetzt wird. Deshalb wird innerhalb der Lux Aeterna für "spirit" meistens die Bezeichnungen "Odem" und "Geist" verwendet und für "mind" der Begriff "Gedanklichkeit".


S

Seelensturz
Eine von Paul Lichtmann geäusserte Idee, nach der die Seele eine Tendenz besitzt, sich in Realitätszustände zu begeben, die man im Sprachgebrauch als "Leid" oder "Unglück" bezeichnet, da diese Zustände den höchsten Grad an eigener Wahrnehmung bedeuten. Intensiver und nachhaltiger als Erfahrungen, die man als "Glück" bezeichnen kann. Außerhalb der Raumzeit besitzt die Seele keine Wahrnehmung, sondern stellt nur einen indifferenten Anteil an der "Weltseele" dar. Lichtmann gebrauchte die Redewendung: "Die Seelen stürzen sich in die Welt, um das höchste Maß an Leid und Schmerz zu erfahren. Um zu sein." Die Seele ist nicht per se dem zustand des Glücks abgeneigt - in der Realität zeigt sich jedoch zumeist, dass im diesseits existenzielle Zustände, die man als "Glück" bezeichnen kann, eine kürzere Nachhaltigkeit haben, als das "Unglück". Die Seele zeigt einen höheren Grad an Selbstwahrnehmung, wenn sie in der Raumzeit an Zuständen teilnimmt, die als nicht angenehm empfunden werden. Innerhalb des Lebens eines Menschen findet also ein stetiger Krieg zwischen den Gedanken und der Seele statt. Siehe auch das Gedanke-Seele-Problem.

Spiegelwelt
Nach Paul Lichtmann ist die "Spiegelwelt" jener Zustand, der der Idee des Jenseits am Nächsten kommt. Lichtmann bestand keineswegs darauf, dass die Spiegelwelt mit dem Jenseits identisch sei. Da das Jenseits jedoch nur von Seelen durchwandert wird, die komplett aus jedem Kombinat befreit sind, setzte sich innerhalb der Lux Aeterna die Meinung durch, dass die Wahnehmung des Jenseits bei dem Prozess der Aschwerdung nicht unbedingt das Jenseits präsentiert, sondern eine Projektion, die aus den Ressourcen des Geistes durch die erhaltene Gedanklichkeit geschaffen wird. Eine naheliegende Annahme, da während der Aschewerdung die Spiegelwelt als "räumlich" empfunden wird (die Dunkle Stadt, etc.), jedoch die Seelenwelt keine räumlichen Dimensionen aufweisen sollte, da das Konzept der Seele rein zeitlich ist.


W

Walk-In
In der Esoterik, aber auch im modernen Schamanismus gebräuchlicher Ausdruck für das --> Beneficium.